Sächsische Schmeckerchen -  die Sächsischen Bäcker verstehen ihr Handwerk.

 

Neben einem Standardsortiment mit vielen ähnlichen Produkten bieten Ihre sächsischen Bäcker auch Spezialitäten an, die regional sehr unterschiedlich und teilweise nicht über gewisse Kreisgrenzen hinaus bekannt sind. Hier möchten wir Ihnen einige davon vorstellen. Sollten Sie noch weitere regional typische Back-Spezialitäten kennen, teilen Sie uns diese doch bitte mit. Wir freuen uns auf Ihre Zuschrift.

  • Bäbe
    Bäbe
  • Bäbe
    Bäbe
    Die Sächsische Bäbe ist ein klassischer Hefenapfkuchen (Guglhupf) mit viel Tradition. Ursprünglich buken sächsische Hausfrauen einen einfachen Kuchen in einer runden Napfkuchenform anlässlich des Leichenschmauses bei Begräbnissen. Nach der Beerdigung war es Sitte, im Hause des Verstorbenen ein Kaffeetrinken mit einfachen Speisen auszurichten. Hierfür wurde die Bäbe, damals noch mit einfachen Zutaten und ohne Rosinen, gebacken. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich das Gebäck. Es kamen Butter, Ei und Rosinen hinzu, mancherorts wurde die Hefe durch Backpulver ersetzt und der Rührkuchen entstand. Der Ausdruck "Bäbe" ist noch heute geläufig, bezeichnet aber nicht mehr nur Hefenapfkuchen, sondern auch Rühr-, Asch- und Marmorkuchen. Ganz besonders gut eignet sich die (meist etwas trockene) Bäbe zum "Ditschen" - also zum Tunken in den bei den Sachsen so geliebten Kaffee.
  • Freiberger Eierschecke
    Freiberger Eierschecke
  • Freiberger Eierschecke
    Freiberger Eierschecke
    Aus einfachen Zutaten hergestellt, besticht die "Freiberger Eierschecke" durch Ihren ungewöhnlichen Geschmack. Im Gegensatz zur herkömmlichen Eierschecke ganz ohne Quark hergestellt und mit nur wenigen Millimeter Scheckenmasse auf einem extra dünnen Hefeteigboden, geht Ihr Entstehen auf eine Legende zurück, wonach die Freiberger auf Ihre Eierschecke damals nicht verzichten wollten, als sämtlich verfügbarer Quark zum Bau der Stadtmauer benötigt wurde und demnach den Bäckern der Zunft nicht mehr zur Verfügung stand. Diese erfanden daraufhin diese besondere Art der Eierschecke, welche heute weit über die Stadtgrenzen hinaus Bekanntheit erlangt hat.
  • Leipziger Lerchen
    Leipziger Lerchen
  • Leipziger Lerchen
    Leipziger Lerchen
    Im Stadtgeschichtlichen Museum ist dazu folgendes überliefert: Im 18. Jahrhundert gehörten Feldlerchen zu den kulinarischen Spezialitäten der Stadt. Diese Vögelchen wurden in den Auen gefangen und mit Kräutern und Eiern gebacken. Unvorstellbar, wie viele Tierchen dabei Ihr Leben lassen mussten! Aus dem Jahr 1720 ist bekannt, dass allein im Monat Oktober 404.340 Lerchen gefangen wurden. Die wohlhabenden Leipziger, die dieses Festtagsgericht von den "Lerchenfrauen" im Salzgässchen erwarben, konnten davon nicht genug bekommen. Zu Hunderten wurden sie sofort nach dem Fang gerupft. Einzeln in Papier und in Spezialkisten verpackt, traten Sie oft eine lange Reise an. Doch bald empörten sich immer mehr Vogelfreunde über diese Gaumenfreude. Schließlich verbot der Sächsische König 1876 die Lerchenjagd. Einige schlaue Bäcker entschädigten die betrübten Gourmets mit einem Leckerbissen. Aus ofenfrischem Mürbeteig, Mandeln, Nüssen und Erdbeerkonfitüre bereiteten Sie ein Gebäck, dessen Duft allein alles überbot. Sie ahmten auch die Form der Vögelchen, nach, selbst die Kreuzbänder zum Zubinden der gefüllten Tiere wurden aus Teig gefertigt. Nur in guten Bäckereien werden sie heute noch angeboten, und richtig zubereitet, sind sie ein Leckerbissen für Feinschmecker. Der Begriff Leipziger Lerche ist heute durch den Landesinnungsverband Saxonia geschützt.
  • Oberlausitzer Vogelhochzeit
    Oberlausitzer Vogelhochzeit
  • Oberlausitzer Vogelhochzeit
    Oberlausitzer Vogelhochzeit
    Bei der Vogelhochzeit handelt es sich um einen Brauch, der vor allem in den sorbischsprachigen Gebieten beheimatet ist, aber auch in anderen europäischen Regionen bekannt ist. Dieser aus der vorchristlicher Zeit stammende Brauch beruht auf mystische Vorstellungen. Es wurden für die Ahnen Speisen geopfert, um so die Gunst und die Zuneigung der Naturgötter zu gewinnen, welche den lange andauernden Winter vertreiben sollten. Aus diesen ursprünglichen Opfergaben entwickelte sich ein Kinderbrauch. So wurden mit Abnahme des Glaubens an die Geister und Götter nach und nach die Kinder mit allerlei Naschwerk beschenkt, anstatt zu opfern. Die Vogelhochzeit wird traditionell am 25. Januar in der Sorbischen Lausitz (im Gebiet zwischen Bautzen und Cottbus) gefeiert. Die Kinder stellen am Vorabend des 25. Januar einen Teller auf das Fensterbrett oder vor die Tür. Am nächsten Morgen finden sich darauf dann Süßigkeiten in Form von Vögeln oder Nestern. Mit Zuckerguss überzogene Teigvögel, die "Sroki" (singular: Sroka) sind besonders typisch dabei. Auch die Schmätzl erfreuen sich größter Beliebtheit (Baiservögel oder -häubchen, die innen noch weich und klebrig sind). Die handwerklichen Bäckereien in der Oberlausitz bieten Vögel aus Hefeteig und Schaummasse, süße Nester mit bunten Eiern (so genannte Cremenester, bestehend aus einem Keksboden, darauf eine Cremeschicht in Form eines Nestes mit dunkler Schokolade überzogen und bunten Zuckereiern in der Mitte) aber auch Mohrenkopfvögel etc. an. Es heißt, dass sich die Vögel damit für die Fütterung im Winter bedanken. Höhepunkt der Vogelhochzeit ist der Hochzeitszug. In Kita´s und Schulen wird die Vogelhochzeit bei dem die Kleinen sorbische Kostüme anhaben, nachgespielt, dabei feiern die Elster (sorbisch: Sroka) und der Rabe (sorbisch: Hawron) Hochzeit. Hier sehen Sie ein Sortiment der Leckereien zur Vogelhochzeit, präsentiert von der Bäckerei Bäns in Bautzen. Foto: Sächsische Zeitung/Uwe Soeder Quelle: www.brauchtumsseiten.de
  • Platzkuchen
    Platzkuchen
  • Platzkuchen
    Platzkuchen
    Der Platzkuchen, auch "Prophetenkuchen", "Huckelkuchen" oder "Altenburger Aufläufer" genannt, ist in Westsachsen und Ostthüringen verbreitet. Es handelt sich um ein stark gewelltes Dauergebäck mit einer kräftigen Zuckerschicht. Der Platzkchen wird aus einem sehr weichen Teig hergestellt, der neben vielen Eiern auch einen guten Schuß Schnaps enthält. Beim Backen verdunsten Alkohol und Wasser und der Kuchen wölbt sich unregelmäßig. Nach dem Backen wird er kräftig gebuttert und mit Kristallzucker, Vanillezucker sowie Puderzuckert überzogen. Eine Delikatesse für Groß und Klein zwischen Glauchau und Altenburg, Meerane und Werdau.
  • Malfabrot
    Malfabrot
  • Malfabrot
    Malfabrot
    Malfabrot ist die bekannteste Spezialbrotspezialität im ansonsten eher kuchenlastigen sächsischen Raum. Es handelt sich hierbei um ein kräftiges Roggenmischbrot, dem das spezielle Malfamehl zugesetzt wurde. Malfamehl ist ein Malzmehl aus speziell hierfür hergestelltem Gerstenmalz, welches gedarrt und geröstet wurde. Dieses Spezialmehl wird als 10%-iger Zusatz dem normalen Brotteig zugesetzt und ergibt damit ein Brot mit dem typischen, kräftigen Aroma und der dunklen Farbe. Malfabrot schmeckt sehr aromatisch malzig und weist die typische braune Färbung auf. Es ist in Sachsen, Ostthüringen, dem südlichen Brandeburg und in Teilen von Sachsen-Anhalt verbreitet. Das spezielle Gerstenmalz wird von einer Mühle im Vogtland hergestellt.
  • Die Stadt Pulsnitz, 30 Kilometer nördlich von Dresden gelegen, ist auch über Sachsens Grenzen als Pfefferkuchenstadt bekannt. Seit dem Jahre 1558 wird hier Pfefferkuchen gebacken. Der Grundherr zu Pulsnitz erlaubte damals den Pulsnitzer Bäckern, auch Pfefferkuchen in ihren Backstuben zu backen. Aus der anfänglichen Nebenbeschäftigung gründete sich Mitte des 18. Jahrhunderts ein eigenständiger Handwerkszweig, der bis heute seine handwerklichen Traditionen erhalten hat. Der Name "Pulsnitzer Pfefferkuchen" wurde 1992 markenrechtlich geschützt, so dass sich nur Pfefferkuchen, die innerhalb der Stadt Pulsnitz gebacken werden, auch so nennen dürfen. Doch wie kommt der Pfefferkuchen zu seinem Namen? Die leckeren Backwaren heißen nicht etwa so, weil echter Pfeffer enthalten ist. Statt dessen geht dieser Name auf den geringen Bekanntheitsgrad der verschiedenen orientalischen Gewürzsorten im Mittelalter zurück. Damals wurden alle Gewürze gemeinhin als "Pfeffer" bezeichnet. Und feinste Gewürze sind reichlich in den Pulsnitzer Pfefferkuchen enthalten. Für Pfefferkuchen stellt man einen speziellen Honig- oder Sirupteig her, der dann sehr lange lagern muss um sein volles Aroma zu entwickeln. Seit April 1998 ist der Beruf des Pfefferküchlers in Deutschland anerkannt. Somit können die Pulsnitzer Pfefferküchler wieder Lehrlinge ausbilden, und man kann wieder den Meistertitel im Pfefferküchlerhandwerk erwerben. Der Fortbestand weiterer Pfefferküchlergenerationen in Pulsnitz ist also gesichert.
  • Dresdner Stollen
    Dresdner Stollen
  • Dresdner Stollen
    Dresdner Stollen
    Der Dresdner Stollen wurde 1474 erstmals erwähnt. Damals war er noch ein Fastengebäck und bestand lediglich aus Mehl, Hefe und Wasser. Erst durch einen päpstlichen Erlass - den sogenannten "Butterbrief" - durften wertvolle Zutaten wie Butter und Milch verwendet werden. Seit 1500 wurde der Dresdner Stollen in Dresden auf dem Striezelmarkt, dem ältesten deutschen Weihnachtsmarkt, verkauft. 1730 ließ August der Starke von der Bäckerzunft Dresdens einen Riesenstollen von 1,8 Tonnen backen. An dieses Ereignis knüpft das jährlich am Sonnabend vor dem 2. Advent in Dresden stattfindende Stollenfest an. Der Dresdner Stollen wird in seiner jetzigen Qualität erst seit diesem Jahrhundert gebacken. Es werden nur hochwertige, edle Rohstoffe, erlesene Zutaten, natürliche Aromastoffe und exotische Gewürze verarbeitet. Auch wenn es ein Grundrezept gibt, hat doch jeder Stollenbäcker sein vererbtes Familiengeheimnis. Diejenigen Bäcker und Konditoren, die Dresdner Stollen herstellen dürfen, sind im Schutzverband Dresdner Stollen e.V. zusammengeschlossen. Dieser Verband garantiert dem Verbraucher durch sein ovales Siegel mit betriebsindividueller Kennzeichnung die geprüfte, gleichbleibende und hohe Qualität des Dresdner Stollens
  • Erzgebirgischer Weihnachtsstollen
    Erzgebirgischer Weihnachtsstollen
  • Erzgebirgischer Weihnachtsstollen
    Erzgebirgischer Weihnachtsstollen
    Der Stollenverband Erzgebirge e. V. gründete sich 2010. Die Mitglieder des Vereins haben das Ziel, mit der eigens kreierten Marke „Erzgebirgischer Weihnachtsstollen“ sowohl regional als auch überregional mehr Aufmerksamkeit für dieses traditionelle Weihnachtsgebäck zu erreichen. Dieses Siegel ist eine eingetragene Schutzmarke und darf nur von Verbandsmitgliedern verwendet werden. Voraussetzungen dafür sind die ausschließliche Produktion des Weihnachtsstollens im Erzgebirge und dessen traditionelle Fertigung. Das Bäcker- und Konditorenhandwerk der Erzgebirgsregion will bei diesem Regionalprodukt Synergien nutzen und soll so nachhaltig gestärkt werden.
  • Vogtländischer Weihnachtsstollen
    Vogtländischer Weihnachtsstollen
  • Vogtländischer Weihnachtsstollen
    Vogtländischer Weihnachtsstollen
    Der Vogtländische Weihnachtsstollen kann auf eine mehr als 500jährige Geschichte zurückblicken. Die drei im Jahre 1475 an das Amt Voigtsberg gelieferten "Weihnachtsbrote" waren jedoch mit den heutigen schmackhaften Gebäcken sicherlich nicht zu vergleichen. Nur die besten Zutaten wie zum Beispiel Butter, Sultaninen, Mandeln, Milch oder Rum werden verarbeitet. Durch eine spezielle Rezeptur, die von Generation zu Generation weiter gegeben wird, entsteht der typische Geschmack, der den Vogtländischen Weihnachtsstollen so unverwechselbar macht. Die Bezeichnung "Vogtländischer Weihnachtsstollen" ist gesetzlich geschützt. Nur die Mitglieder des Stollenverbands Sächsisches Vogtland dürfen diese Spezialität backen und unter dieser Bezeichnung vertreiben.
  • Original Torgauer Stollen
    Original Torgauer Stollen
  • Original Torgauer Stollen
    Original Torgauer Stollen
    Die Geburtsstunde des Stollens schlug 1457 im Schloss Hartenfels. Für vermögende Kunden buk der Hofküchenchef Heinrich Drasdow aus verschiedenen Zutaten wie Rosinen, Mandeln, Trocken-früchte, mit Butter und Gewürzen zur Weihnachtszeit den Christ-stollen. Diese Backware wer erst durch die Butter so begehrt und für den einfachen Mann kaum bezahlbar, weil diese in der vorweihnachtlichen Fasteinzeit durch ein Verbot des Papstes nicht verwendet werden durfte. Legal wurde Olivenöl zugesetzt, welches den Geschmack erheblich beeinträchtigt. Oft war es zudem auch noch ranzig, weil es nicht in der heutigen Qualität gelagert werden konnte. Erst am 28.August 1490 erließ Papst Innozenz VIII. in Rom ein Dekret, welches die Verwendung von Butter in der Fastenzeit erlaubte. Ausgelöst haben diesen ,,Butterbrief" die Söhne von Kurfürst Ernst, die sich eindringlich an den Vatikan wandten. Wie so oft mit Dingen, die begehrt waren, musste das Lebensmittelhandwerk jedoch erst löhnen, wenn es mit Butter backen wollte. Dieser schwunghafte Handel mit der ,,Buttererlaubnis" endete dann 1550 durch die allgemeine Butterfreigabe, die Papst Julius III. anordnete. Der Hofbäcker Drasdow erwarb selbstverständlich auch einen kurfürstlichen Privilegienbrief. Das notwendige Kleingeld erwarb er sich durch jahrzehntelange illegale Backtätigkeit. Seine Kundschaft deckte die Verstöße gegen das Fastenverbot, schließlich wollten sie angenehm essen und konnten sich den Luxus leisten. Wo kein Kläger, so auch kein Richter. Jeder ehrliche Mitbürger hätte in dieser Zeit mit der Ächtung rechnen müssen. Vielleicht hätten Ehrbare Stadtbewohner für den Bäckermeister und seine Redlichkeit gebürgt und der Ehrliche, den die Gewissensbisse zugesetzt hatten, stände dann als Lügner da und wäre sogar mit Schimpf und Schande aus der Stadt gejagt worden. Es gab keinen Ehrlichen und so blieb der Skandal aus. Ohne dieses Ereignis kam es jedoch, wie so oft im Leben, der Torgauer Hofbäcker geriet in Vergessenheit. (Niels Schulz)

LANDESINNUNGSVERBAND SAXONIA DES BÄCKERHANDWERKS SACHSEN

Landesinnungsverband Saxonia des Bäckerhandwerks Sachsen

Hohe Straße 22 · 01069 Dresden

 

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Fax 0351 4710100

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